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So wie du bist, so wie ich bin

(Ein Gedicht über das, was Liebe für mich ist)


„Ich will dich nicht halten, nicht fesseln, 

nicht zähmen,

nicht deine Stille mit Zweifeln beschämen.

Ich will dich begleiten – nicht besser, 

nicht mehr,

nur echt, unperfekt, ebenso sehr verbunden wie fair.


Ich liebe dich nicht, weil du immer gewinnst,

sondern auch dann, wenn du suchst, 

wer du bist.

Wenn du stolperst, dich selbst nicht mehr kennst –

doch mich sanft bei meinem Namen nennst.


Ich mag dich auch,

auch wenn du unerträglich bist.

Wenn du wütend wirst,

oder Worte vergisst.

Wenn du mauerst, dich windest,

wenn du dich verirrst –

ich bleibe,

weil du mehr als dein Scheitern bist. 


Denn Liebe ist frei – sie verlangt nicht, 

sie schenkt.

Sie zählt keine Fehler, sie urteilt, sie denkt.

Sie fragt nicht nach Regeln, nicht nach Beweisen, 

sie fühlt, sie verzeiht, sie ist stärker als Stahl oder Eisen.


Sie ist nicht Kontrolle, nicht Zwang, 

nicht Bericht,

sie liebt, auch wenn manches aus Schattenspielen spricht.

Sie will keine Masken, kein ständiges Müssen,

nur Echtheit im Lachen, im Weinen, im Küssen.


Liebe ist Raum – für beide zugleich,

für Nähe und Abstand, für Kummer und Glück

für Arm oder Reich.

Für „Ich bin bei dir“ – und für „Ich bin ich“,

für Schweigen, für Worte, 

für zärtlichstes Licht.


Sie will nicht erziehen, nicht richten, 

nicht siegen,

sie will sich entfalten, nicht kämpfen, nicht bekriegen.

Sie hört dir zu, wenn du selbst dich verlierst –

und bleibt bei dir,

auch wenn du dich nicht mehr führst.


Es ist ein gemeinsamer Versuch, 

zusammen zu leben.

Und ja – wir werden uns bekriegen, verlieren, verlieben, manches vergeben.

Doch wer dann noch liebt,

nicht nur wenn’s leicht ist,

der weiß, was in Wahrheit

Liebe sicherlich vielleicht ist.“